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© 2016 by Ricky Burzlaff

Balkantour - Tag 3 - Spenden für das Flüchtlingslager Konik

December 28, 2015

 

DANKSAGUNG direkt aus den Roma- Flüchtlingslager – Konik, in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros

Einige Mitglieder des jungen Leipziger Vereins „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ unterstützen seit einigen Jahren, also auch schon vor der Gründung des Vereins, in Zusammenarbeit mit der NGO „Help e.V.“, die Bewohner des Flüchtlingslagers Konik in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Der Großteil der Flüchtlinge flohen 1999 während des Krieges aus dem Kosovo und leben seitdem ohne ausreichende Wasser- und Stromversorgung in Holzbaracken bzw. Containern mitten im sozialen Brennpunkt Konik. Die Mehrheit der Flüchtlinge sind Roma, welche auf allen gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen in Montenegro diskriminiert werden, was wiederum eine Auflösung des Flüchtlingslagers laut Help e.V. zusätzlich erschwert. Die Menschen im Lager haben kaum eine hoffnungsvolle Zukunft, da es nur selten Möglichkeiten gibt, Bildungsabschlüsse zu erreichen, eine Arbeit zu finden und die Familie zu ernähren. Der Alltag der spielenden Kinder auf den Müllkippen, um die das Flüchtlingslager erbaut wurde, ist trist: Ausgrenzungen sowohl in den Schulen als auch auf den Straßen bei Freizeitaktivitäten sind stets sehr ausgeprägt vorhanden.
Aus diesem Grund hat „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ die NGO „ Help e.V.“ bei ihrem Programm „Hilfe zur Selbsthilfe“ Anfang diesen Jahres (2015) unterstützt, indem eine Roma-Kinderfußballmannschaft aus dem Flüchtlingslager Konik mit neuen Trikots, Schuhen, Hosen und Fußbällen ausgestattet worden ist. Auch der Fußballplatz wurde gesäubert und mit aus Leipzig mitgebrachten Toren neu errichtet. Zusätzlich erhielt der örtliche Kindergarten neue Spielsachen wie Lego und Playmobil.

In Rahmen der jetzigen Balkan- Projektreise wurden dringend notwendige Sportsachen für 162 Grundschulkinder des Romaflüchtlingslagers, welche für den Sportunterricht gedacht sind, heute Vormittag in Konik überreicht.
Benötigt wurden weiße Sport-T-Shirts, schwarze kurze Sporthosen und Hallenschuhe. Der Mehrwert für die Kinder der Grundschule bezüglich des Erhaltens der Sportausrüstung ist unbezahlbar! Der tatsächliche Geldbetrag der Sportkleidung kann jedoch mit 3200 Euro beziffert werden.
Zusätzlich überreichten die Mitglieder unseres Vereins einen Bertag von 400 Euro an Help e.V.

Ein wichtiger Augenmerk liegt für Help e.V. auf dem Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendlichen, um mit einem Schulbesuch und -abschluss ein Fundament für eine bessere Zukunft der jungen Menschen zu legen. Dies unterstützen wir, der Verantwortung für Flüchtlinge e.V. im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gern. Bildung beginnt aber schon im Kindergarten, darum übereichten wir dem ansässige Kindergarten heute auch neues Spielzeug (z.B. Playmobil und Lego) und die größeren Kinder des Flüchtlingslager erhielten neue Sportbälle.

Wir, die Mitglieder des Verantwortung für Flüchtlinge e.V. sowie der Initiative „Leipzig Korrektiv“ wollen dies gemeinsam zum Anlass nehmen, um mit dieser Nachricht aus Konik in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, uns für das entgegengebrachte Vertrauen, die großzügige Unterstützung unserer Projekte und die angenehme Zusammenarbeit mit Euch, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer als auch liebe Spenderinnen und Spender von ganzem Herzen zu bedanken. Ohne Euch wäre dies alles nicht möglich gewesen.

Danke sagen die MitarbeiterInnen von Help e.V. und vor allem aber die Kinder der Grundschule und des Kindergartens im Flüchtlingslager!

 

Sehen Sie auch: http://www.help-ev.co.me/news2016/index1.htm

 

 

 

 

Reisetagebuch von Anne Hansch

 

Tag 4 - 28.12.15

 

Nach dem heutigen Frühstück ging es direkt los in Richtung Konik. Ich fragte mich, was mich erwarten würde. Erst im Februar war ich dort gewesen und hatte gemeinsam mit unserem Verein, Help e.V. und Bewohnern von Konik einen Fußballplatz aufgeräumt sowie Fußbälle, Trikots und Spielsachen überreicht. Wir erreichten den Stadtteil und ich erblickte schon von weitem mehrere kleine Müllberge. Mich überkam ein schlechtes Gefühl, da es um das Lager genauso wie bei meiner letzten Ankunft aussah. Auch der Fußballplatz war wieder vollgemüllt. Trotzdem spielten dort einige Kinder.

Wir fuhren in eine Einfahrt hinein und wurden von dutzenden Menschen begrüßt. Kinder sprangen herum, gaben uns die Hand und schauten in die Autofenster hinein, wir begrüßten Natascha von Help e.V. sowie einige Menschen vom nationalen Fernsehen und von der Grundschule in Konik. Wir machten einige Fotos mit der Presse und begaben uns dann ins Büro vom "Red Cross", wo Ricky ein Interview für das Fernsehen gab.

Danach fuhren wir mit unserem Bus in die Grundschule, um all die Spenden für die Schule abzugeben. Wir hatten neue Tshirts, Shorts und Tights für 162 Grundschulkinder dabei sowie 130 Paar Turnschuhe und einen Scheck von 400 €, von dem die restlichen Paar Schuhe mit der richtigen Größe von Help e.V. gekauft werden sollen.

Die Schuldirektorin und der Schuladministrator waren auch anwesend und freuten sich riesig über die neue Ausstattung für den Sportunterricht. Von ihnen wurden uns daraufhin einige Teile der Schule gezeigt, darunter verschiedene Klassenräume. Die Grundschule geht hier bis zur 9. Klasse und die Schüler lernen mit lateinischen und kyrillischen Buchstaben. Wir setzten uns noch kurz zum Kaffee mit ihnen und Natascha von Help e.V. nach draußen und sprachen drüber, wie wir als Verein Konik auch in Zukunft unterstützen könnten. Ich habe gefragt, ob man die Müllentsorgung verbessern könnte, doch anscheinend gibt es schon viele Säuberungskräfte rund um das Camp. Ansonsten gibt es wohl kaum etwas, womit die Bewohner von Konik nicht zu bereichern wären. Es ist fast überall Unterstützung notwendig.

Nach dem Kaffee fuhren wir zum Kindergarten in Konik und übergaben die mitgebrachten Spielzeuge. Wir hatten eine große Eisenbahn sowie viel Lego und Playmobil dabei. Die Kinder und Erzieherinnen haben sich riesig gefreut.

Robert durfte währendessen mit Begleitung eines Rom kurz mit seiner Kamera durch das Camp gehen und einige Bilder schießen - mehrere von uns wären wahrscheinlich zu viel gewesen für die Menschen. Unsere Abfahrt zog sich noch etwas hin, da sich die vielen Kinder brennend für uns interessierten und uns in ihrer Sprache etwas erzählen und fragen wollten. Einige von ihnen konnten auch etwas Englisch aus der Schule.

Kurz bevor meine Mitreisenden ins Auto stiegen, sprach mich ein Junge in akzentfreiem Deutsch an. Er war vielleicht 11 oder 12 Jahre alt. Ich fragte ihn, ob er schon einmal in Deutschland gelebt hatte. Er erzählte mir, dass er erst vor kurzem mit seiner Mutter und seinen vier Schwestern nach Konik gekommen war. Vorher hatte er in Kiel gelebt. Sein Vater arbeitet noch immer in Kiel, doch der Rest der montenegrischen Familie wurde nach Montenegro abgeschoben. Die Mutter war in Deutschland an der Universität und die Kinder waren zur Schule bzw. in den Kindergarten gegangen. Der Junge kennt den Grund für seine Abschiebung nicht. Er sagte, es muss noch viel Papierkram erledigt werden, bevor er die Grundschule in Konik besuchen und unsere mitgebrachten Sportsachen für den Unterricht nutzen könnte, er erinnert sich auch noch an den Sportunterricht in Deutschland.

Bevor ich dazu noch viel sagen konnte, ging es schon mit unserer Fahrt weiter. Ich war etwas geschockt. Gerne hätte ich mich noch mit der Mutter des Jungen unterhalten - ich konnte mir nicht erklären, warum der Junge und seine Familie abgeschoben und vor allem vom Vater getrennt werden mussten.

Auf der Weiterfahrt durchquerten wir wieder eine wunderschöne Landschaft mit Bergen und Seen. Ich dachte darüber nach, wie stolz wir auf unsere Arbeit sein können und dass wir endlich das überreichen konnten, was wir in den letzten Monaten mühevoll an Spenden gesammelt hatten. Andererseits ließen mich die Müllberge, die zusammengeschusterten und undichten Hütten, der kleine montenegrische Junge aus Deutschland sowie die anderen Menschen mit ähnlichen Schicksalen aus Konik nicht mehr los. Am späten Nachmittag erreichten wir Tirana, die Hauptstadt Albaniens. Wir waren alle sehr erschöpft und verbrachten den Abend nur mit einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt sowie in einem schönen Restaurant.

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